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Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München

 



Archäologisches Museum Amberg



Von der Steinzeit bis zur frühen Neuzeit

Das Amberger Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München ist als Archäologisches Museum der Oberpfalz konzipiert: Es hat die Besiedlungs- und Kulturgeschichte dieser Region zum Thema von der Eiszeit bis ins Mittelalter. Die Darstellung erfolgt nicht nur auf der Basis archäologischer Funde sondern bezieht zahlreiche Rekonstruktionsmodelle und Inszenierungen mit ein. Der Rundgang ist chronologisch konzipiert.

Raum 1

ist der Steinzeit gewidmet. Während der Alt- und Mittelsteinzeit (100000 - 5500 v. Chr.) lebten die Menschen als nomadisierende Jäger und Sammler; sie hinterließen zahlreiche Werkzeuge und Geräte aus Feuer- und Hornstein sowie aus Knochen. Die geradezu revolutionären Neuerungen der Jungsteinzeit (5500-2200 v. Chr.) werden dargestellt durch das Modell der linearbandkeramischen Siedlung von Regensburg-Harting. Es veranschaulicht die Bauweise der ersten Dörfer der nun sesshaft gewordenen, Ackerbau und Viehzucht betreibenden Bevölkerung. Die ersten Tongefäße sowie weiterhin aus Stein hergestellte, aber schon sehr spezialisierte Werkzeuge charakterisieren diese Periode.

Raum 2

ist der Bronzezeit (2200-800 v. Chr.) vorbehalten. Mit dem Aufkommen des neuen Metalls erlebte die westliche Oberpfalz eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte, die vor allem in den überaus reichen und aufwendig verarbeiteten Schmuck- und Trachtgegenständen unter den Grabbeigaben fassbar wird. Die Veränderungen im Totenkult - signifikant vor allem das Aufkommen des Grabhügels - lassen sich am Modell des Hügelgräberfeldes von Schwend, Landkreis Amberg-Sulzbach, beobachten. Während des letzten Abschnittes der Bronzezeit, auch als Urnenfelderzeit bezeichnet, entstanden große befestigte Höhensiedlungen, u. a. auf dem Schlossberg von Kallmünz, Landkreis Regensburg, der ebenfalls im Modell veranschaulicht wird.

Raum 3

ist der Eisenzeit (800-15 v. Chr.), gegliedert in Hallstatt- und Latènezeit, gewidmet; diese sind, wie überall in Süddeutschland, in ethnischer Hinsicht im Wesentlichen gleichzusetzen mit den Kelten. Ausgewählte Funde - Schmuck, Trachtgegenstände, Waffen und die nach Form und Dekor sehr variantenreich gearbeiteten Tongefäße - spiegeln die neue Wohlhabenheit und die Gestaltungsfreude der Bevölkerung wider. Einen Einblick in die Sitten und Gebräuche kann man anhand des Nachbaus einer Grabkammer von Schirndorf, Landkreis Regensburg, in originaler Größe oder durch das Modell der Viereckschanze von Nösswartling, Landkreis Cham - gewinnen. 

Raum 4

sind die Zeugnisse der Römerzeit, des Mittelalters und der frühen Neuzeit ausgestellt. Während der ersten drei Jahrhunderte n. Chr. gehörte der südliche Teil der Oberpfalz zur römischen Provinz Rätien. Ein großes Modell eines ländlichen Gutshofes, der villa rustica von Regensburg-Harting, veranschaulicht zusammen mit exemplarischen Fundstücken römischer Importgüter die ganz anderen Lebensumstände der Provinzbevölkerung gegenüber denen der früheren keltischen Bewohner. Daneben werden Beispiele der vorerst noch spärlichen germanischen Funde der späten Völkerwanderungszeit gezeigt: zwei alemannische Häuptlingsgräber aus der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts von Berching-Pollanten, Landkreis Neumarkt.

 

                      


                  

 

 

        

 

  

       

 


  

        

Dauerhaft germanische Besiedlung ist im bairischen Nordgau erst seit dem 7. Jahrhundert nachweisbar. Wichtigste Quelle sind die sogenannten Reihengräberfelder - hier durch die Funde vom Lauterhofener Gräberfeld, Landkreis Neumarkt, belegt. Die Entwicklung der ersten christlichen Kirchen in der Oberpfalz wird am Beispiel der Modelle von Barbing-Kreuzhof, Regensburg-Harting und Lauterhofen veranschaulicht. Rekonstruktionsmodelle, Pläne und Funde erläutern die hinsichtlich ihrer Lage, Größe und Funktion sehr heterogenen Anlagen spätmittelalterlichen Burgen.

Am Ende des Rundganges steht ein Blick in die hoch- und spätmittelalterliche Vergangenheit der Stadt Amberg: Eine repräsentative Auswahl aus dem reichen Fundmaterial der Stadtkerngrabungen rundet das Bild vom Leben in dieser frühen Zeit ab.