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| „Gretchen Reloaded“ im Jugendzentrum – 250 Schüler sahen das Stück über eine Teenagerschwangerschaft – Auch in der Region ein Thema |
Bürgermeister Michael Cerny begrüßte die Schülerinnen und Schüler der ersten Aufführung. Er machte deutlich, dass das Thema „Teenagerschwangerschaften“ – darum geht es in dem Stück – auch in unserer Region aktuell ist und nicht nur die Mädchen selbst, sondern auch die Jungen als deren Partner betrifft. Er machte bei dieser Gelegenheit aber auch auf die folgenden Veranstaltungen der Präventionstheaterreihe aufmerksam. In deren Rahmen wird im Juli wird das Stück „Elly und Ingo“ zu sehen sein, bei dem es um Rechtsextremismus geht. Im Oktober wird das UE-Theater aus Regensburg im Jugendzentrum mit dem Theaterstück „Hier stinkt´s!“ zum Thema Mobbing erwartet. In beiden Fällen erhalten die Schulen rechtzeitig Einladungen für die jeweils geeigneten Jahrgangsstufen. Bei Gretchen relaoded handelt es sich weder um „eine locker-flockige Komödie“ noch um ein „Zeigefinger-Stück“, sondern um intensives, mit viel Emotionen gespicktes Solotheater für Jugendliche. Zu dessen Beginn stürzt Jenny (gespielt von Sonni Meier), blutverschmiert auf die Bühne, im Hintergrund hört man Babygeschrei. Doch wie kam Jenny zu dem Kind und wieso hat sie es allein in ihrem Zimmer zur Welt gebracht? Die Antwort: In einem Chatroom traf sie auf Dreamboy17, der sie verstand und ihr viele schöne Dinge schrieb. Erst als sie sich schließlich mit ihm traf, stellte sich sein wahres Alter von 42 heraus. Doch auch das störte Jenny nicht angesichts der vielen Komplimente und Geschenke, mit denen er sie überhäufte. Er gab ihr den Spitznamen „Gretchen“ und zwang sie geschickt in eine emotionale Abhängigkeit, die letztendlich zum Geschlechtsverkehr führte. Doch Jennys Vorstellung von einer glücklichen Familie zerbricht schnell, als ihr klar wird, dass sie schwanger ist und der Vater ihres Kindes von dem Baby nichts wissen will. Auch die scheinbaren Auswege „Babyklappe“ und „Adoption“ scheitern bereits im Ansatz, da keiner ihre Schwangerschaft bemerkt und Jenny Angst hat, auf die Straße zu gehen oder ihren Eltern die Wahrheit zu sagen. Wütend und enttäuscht erscheint ihr ihre Zukunft so aussichtslos, dass sie das Kind am liebsten töten würde. Doch trotz ihrer Verzweiflung erkennt sie plötzlich in der Situation ihres Kindes die eigene Lage wieder: „Du willst ja nur jemanden, der dich liebt! Genau wie ich!“, besinnt sie sich und ist erleichtert, als sie bemerkt, dass das Baby noch lebt. An dieser Stelle endet das Stück und lässt das weitere Geschehen offen für eigene Schlüsse und Interpretationen. Im Jugendzentrum haben sich darum Fachkräfte von Jugend- und Gesundheitsamt mit den Mädchen und Jungen zu einem Nachgespräch zusammengesetzt, um gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu erörtern. Nr. 101/2011 | 24. Mai 2011 | 40 Zeilen à ca. 90 Anschläge | su |