Unitage: Vortrag zum Thema Psychotherapie

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Prof. Dr. (TR) Yesim Erim. Foto © Erim

Die 42. Auflage der Erlanger Universitätstage kann Corona-bedingt nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden – die Vorträge werden aber zur gewohnten Zeit, jeweils dienstags um 19.30 Uhr, auf zoom gestreamt.

Den Anfang macht am Dienstag, 23. Februar um 19.30 Uhr Prof. Dr. (TR) Yesim Erim mit ihrem Vortrag „Das Gedächtnis bei psychischen Störungen und in der Psychotherapie“. Unser Gedächtnis hat verschiedene Funktionsbereiche. In der Psychotherapie begegnen wir verschiedenen Veränderungen der Gedächtnisfunktionen, im Vordergrund steht dabei immer die subjektive Wahrnehmung und Erinnerung. Sigmund Freud entdeckte bei seinen Patientinnen „unverträgliche Vorstellungen“, die miteinander in Konflikt gerieten. Diese meist peinlichen Vorstellungen der Patientinnen wurden durch Verdrängung abgewehrt und vom Bewusstsein ferngehalten. Dass die Verdrängung aus dem bewussten Gedächtnis mit psychischen Beschwerden einhergeht, wurde die zentrale Erkenntnis der von ihm begründeten Psychoanalyse. Vor etwa drei Dekaden wurden die Traumafolgestörungen identifiziert. Aufdringliche, sogenannte intrusive Erinnerungen an ein traumatisches Ereignis können beunruhigend und ängstigend sein und stellen ein zentrales klinisches Merkmal der posttraumatischen Belastungsstörung  dar. Dieser Vortrag handelt von Funktionen und Organisation des Gedächtnisses, Veränderungen bei psychischen Störungen und Wiederherstellung durch Psychotherapie.

Prof. Dr. (TR) Yesim Erim war nach dem Studium der Medizin an der Universität Istanbul als Amtsärztin in Anatolien tätig. Ihre Facharztausbildung zur Psychiaterin absolvierte sie in Istanbul und an der Universitätsklinik für Psychiatrie in Münster. Die folgende Ausbildung zur Fachärztin für Psychosomatische Medizin erfolgte an der Universitätsklinik in Essen, wo sie auch als leitende Oberärztin wirkte. Ihr weiterer Berufsweg führte sie als Psychoanalytikerin an das Institut für Psychoanalyse in Düsseldorf. Sie habilitierte mit einer Studie über die „Optimierung der psychosomatischen Diagnostik und der supportiven-psychoedukativen Psychotherapie bei Lebertransplantation und Leberlebendspende“. Im Jahre 2009 gab Frau Erim das erste deutschsprachige Lehrbuch zur klinischen Interkulturellen Psychotherapie heraus (Kohlhammer). Seit 2013 arbeitet sie als Professorin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und als Leiterin der gleichnamigen Abteilung am Universitätsklinikum Erlangen. Frau Erim baute ein spezialisiertes Setting für die Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung sowie eine Sprechstunde für Patienten mit Fluchterfahrung auf.

Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr. Den Link zum Vortragsportal finden Sie unter https://www.amberg.de/universitaetstage.