Beibehaltung

 

1. Was versteht man unter einer „Beibehaltungsgenehmigung“?

Wer als Deutscher auf Antrag eine andere Staatsangehörigkeit erwirbt, verliert grundsätzlich automatisch seine deutsche Staatsangehörigkeit kraft Gesetzes.

Wenn Sie eine fremde Staatsangehörigkeit annehmen und die deutsche Staatsangehörigkeit „beibehalten“ möchten, müssen Sie eine „Beibehaltungsgenehmigung“ beantragen. Wird Ihrem Antrag stattgegeben, erhalten Sie eine Urkunde über die Genehmigung zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit (Beibehaltungsurkunde).

Hinweis: Seit dem 28.08.2007 verlieren Deutsche, die die Staatsangehörigkeit eines Staates der Europäischen Union oder der Schweiz erwerben, ihre deutsche Staats­angehörigkeit nicht mehr. Sie benötigen daher keine Beibehaltungsgenehmigung.

 

2. Wann ist die Beibehaltungsgenehmigung wirksam?

Nur eine ausgehändigte und zum Zeitpunkt (Tag) der Einbürgerung noch gültige Beibehaltungsgenehmigung schützt vor dem Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit.

Was bedeutet „ausgehändigt“?

Die Beibehaltungsgenehmigung wird erst wirksam, wenn Ihnen die Urkunde tatsächlich ausgehändigt wurde. Die Ausstellung der Urkunde bzw. die Nachricht, dass die Urkunde unterwegs ist, reicht nicht aus.

Wenn die fremde Staatsangehörigkeit erworben wird, bevor Sie die Urkunde „in der Hand halten“, verlieren Sie die deutsche Staatsangehörigkeit. Es ist somit sicherer, die Einbürgerung im Gastland erst zu beantragen, wenn Ihnen die Beibehaltungsgenehmigung bereits ausgehändigt wurde.

Was bedeutet „gültig“?

Die Beibehaltungsgenehmigung ist in der Regel auf 2 Jahre befristet. Sie ist bis zu dem in der Urkunde ausgewiesenen Datum wirksam und verliert danach ihre Gültigkeit. Wenn Sie sich während dieser Zeit einbürgern lassen, benötigen Sie keine weitere Beibehaltungsurkunde mehr. Erfolgt die Einbürgerung erst nach Ablauf des Gültigkeitsdatums, geht die deutsche Staatsangehörigkeit verloren.

Sollte sich Ihre Einbürgerung verzögern, beantragen Sie daher rechtzeitig (ca. 4 Monate vor Ablauf) formlos eine neue Beibehaltungsgenehmigung (= Anschlussurkunde), um den Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit zu vermeiden!

 

3. Welche Vordrucke gibt es?

Der Antrag kann formlos gestellt werden. Empfehlenswert ist es, den Antragsvordruck zu nutzen.

 

4. Wie kann ich den Antrag stellen?

Bitte reichen Sie Ihren Antrag auf Beibehaltung und sämtliche erforderliche sonstigen Unterlagen bei der Stadt Amberg im Original und persönlich ein.

Die Stadt Amberg wird Ihre Angaben und Unterlagen überprüfen und anschließend mit einer Stellungnahme an die Regierung der Oberpfalz weiterleiten. Die Stadt Amberg ist neben der Regierung der Oberpfalz auch Ihr Ansprechpartner, wenn Sie weitere Fragen haben. Die Regierung der Oberpfalz prüft und entscheidet, ob die Beibehaltungsgenehmigung erteilt werden kann.

 

5. Wie ist der Antrag auszufüllen und welche Angaben und Unterlagen sind erforderlich?

Füllen Sie den Antragsvordruck deutlich (möglichst in Blockschrift oder am PC), sorgfältig, vollständig und in deutscher Sprache aus.

Für die Beibehaltung ist entscheidend, dass

  • Sie glaubhaft darlegen, weshalb der angestrebte Erwerb der fremden Staatsangehörig­keit in Ihrer konkreten Situation vorteilhaft ist oder erhebliche Nachteile vermeidet oder beseitigt und
  • der andere Staat die doppelte Staatsangehörigkeit zulässt.

Nachfolgend werden einzelne Punkte des Antragsvordrucks erläutert. Sollten darüber hinaus Fragen bestehen, lassen Sie sich von der Stadt Amberg beraten.

Punkt 2 Nachweis über den Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit

Bitte machen Sie Angaben zu Ihren aktuellen deutschen Dokumenten (z. B. deutscher Personalausweis, deutscher Reisepass, letzter Staatsangehörigkeitsausweis) und legen Sie diese bei Abgabe des Antrags im Original vor. Die Originale erhalten Sie umgehend zurück.

Punkt 3 Angaben zu den Gründen für den Erwerb der angestrebten Staats­angehörigkeit

Aus dem Antrag muss hervorgehen, weshalb Sie darauf angewiesen sind, die fremde Staatsangehörigkeit zu erwerben.

Machen Sie deshalb z. B. Angaben über konkrete Erleichterungen/Vergünstigungen im Falle der Einbürgerung oder die Vermeidung/Beseitigung konkreter Nachteile

  • in der Ausbildung oder im Studium
  • in der Berufsausübung
  • bei der Vergabe von Stipendien oder Fördergeldern
  • bei geschäftlichen Beziehungen (z. B. bei Aufträgen der öffentlichen Verwaltung)
  • bei Erwerb/Verkauf von Immobilien
  • im Erbrecht
  • im Aufenthaltsrecht, soweit die Belastungen/Nachteile nicht Ausländer im Allgemeinen betreffen (z. B. konkrete Nachteile beim Nachzug des Ehegatten, nicht aber die fehlende Wahlberechtigung im Gastland)
  • sonstige konkrete Vorteile für Sie im Falle der Einbürgerung

und fügen Sie ggf. entsprechende Nachweise im Original bei. Die Originale werden Ihnen nach Fertigung einer Kopie von der Stadt Amberg umgehend wieder ausgehändigt.

 

6. Welche Gebühren werden erhoben?

Das Verfahren ist gebührenpflichtig. Die Gebühr für die Beibehaltungsurkunde beträgt in der Regel 255 Euro für jeden volljährigen Antragsteller und 51 Euro für jedes minderjährige Kind (bis Vollendung des 18. Lebensjahres). Die Gebühr wird mit der Entscheidung über den Antrag erhoben. Für Anschlussurkunden oder im Falle einer Ablehnung des Antrags kann eine geringere Gebühr in Frage kommen.

 

7. Was ist nach Abschluss des Verfahrens zu beachten?

Wird die Beibehaltung genehmigt, wird die Beibehaltungsurkunde mit der Gebührenforderung an die Stadt Amberg gesandt. Dort wird die Urkunde gegen Nachweis der Zahlung an Sie ausgehändigt.

Die erteilte Beibehaltungsgenehmigung dient auch nach Ablauf der Gültigkeit als Nachweis, dass die deutsche Staatsangehörigkeit trotz Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit nicht verloren ging. Sie sollten daher die Beibehaltungsurkunde zusammen mit der Einbürgerungs­urkunde des anderen Staates dauerhaft und sicher verwahren. Diese Nachweise können auch für künftige Generationen (z. B. für Ihre Kinder/Enkelkinder) eine wertvolle Hilfe sein, wenn die deutsche Staatsangehörigkeit bewiesen werden muss.