Ausstellung eines Staatsangehörigkeitsausweises

Vor Ausstellung eines Staatsangehörigkeitsausweises muss die Staatsangehörigkeitsbehörde prüfen, ob und wodurch Sie die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben, und ob und wodurch Sie die deutsche Staatsangehörigkeit etwa verloren haben. Die deutsche Staatsangehörigkeit kann in der Regel festgestellt werden, wenn Sie glaubhaft machen, dass Sie oder die Personen, von denen Sie Ihre Staats­angehörigkeit ableiten, seit dem 1. Januar 1950 als deutsche Staatsangehörige behandelt worden sind.

Dabei ist die Staatsangehörigkeitsbehörde in erster Linie auf Ihre Angaben und Unterlagen angewiesen. Es ist deshalb wichtig, dass Sie den Antragsvordruck sorgfältig und so vollständig wie Ihnen dies möglich ist, ausfüllen und möglichst zahlreiche zweckdienliche Unterlagen beibringen.

Zur Ausstellung eines Staatsangehörigkeitsausweises werden sämtliche Personenstandsurkunden (Geburtsurkunden, Heiratsurkunden) von Ihnen und den Personen, von denen Sie Ihre Staatsangehörig­keit ableiten, benötigt. Bei ausländischen Urkunden ist die deutsche Übersetzung beizufügen.

Zum Beweis oder zur Glaubhaftmachung des Besitzes der deutschen Staatsangehörigkeit kommen insbesondere folgende Unterlagen in Betracht:

Einbürgerungsurkunde, Aufnahmeurkunde; Optionsurkunde; Beamtenernennungsurkunde, Urkunde zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit, Erklärungsurkunde über den Erwerb bzw. die Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit auf Grund des 2. StARegG v. 17.05.1956; Urkunde über den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Erklärung gem. Art. 3 RuStAÄndG 1974; früherer Heimatschein oder Staatsangehörigkeitsausweis; Urkunde über die Verleihung des alten Gemeinde­bürger- oder Heimatrechts, Feststellungsbescheid über den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit auf Grund der Zugehörigkeit zur ehemaligen deutschen Wehrmacht bzw. zu angeschlossenen Verbänden, Nachweis über die Eintragung in die Deutsche Volks­liste in Danzig sowie in den eingegliederten Ostgebieten oder in der Ukraine, Mitgliedskarte des Steirischen Heimatbundes und des Kärntner Volksbundes, Nachweis über die nach dem 3. StARegG gegenüber Standesbeamten abgegebene Erklärung, früherer Reisepass (vor 1945), Wehrpass, Soldbuch oder sonstige Nachweise über die Zugehörigkeit zur Reichswehr, Wehrmacht oder zum Reichsarbeitsdienst, Arbeitsbuch u. ä. m.

Fehlen solche Staatsangehörigkeitsnachweise bzw. sind diese nicht ausreichend, sind weitergehende Ermittlungen durch die Staatsangehörigkeitsbehörde bei anderen Dienststellen, Gemeindeverwaltungen usw. – auf deren zeitliche Erledigung wir keinen Einfluss haben – unerlässlich. Bei der Bedeutung und der Strenge des Staatsangehörigkeitsrechts kann im Übrigen die Ausstellung der beantragten Urkunde erst erfolgen, wenn die Staatsangehörigkeit zweifelsfrei geklärt bzw. nachgewiesen ist. Die Ausstellung der Urkunde kann daher nicht von einer Termingebundenheit abhängig gemacht werden!