Kaufpreissammlung

Rechtsgrundlage: Zur Führung der Kaufpreissammlung ist jeder Vertrag, durch den sich jemand verpflichtet, Eigentum an einem Grundstück gegen Entgelt, auch im Wege des Tausches, zu übertragen oder ein Erbbaurecht zu begründen, von der beurkundenden Stelle in Abschrift dem Gutachterausschuss zu übersenden (§ 195 BauGB).

Demnach erhält der Gutachterausschuss von den Notariaten jeweils eine Abschrift der betreffenden Urkunden. Die Führung der Kaufpreissammlung erfolgt durch die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses. Die Kaufpreissammlung stellt ein originäres Abbild des Geschehens auf dem Grundstücksmarkt dar. Die Kenntnis hierüber ist eine wesentliche Voraussetzung für marktgerechte Wertermittlungen des Gutachterausschusses.

Bei bebauten Grundstücken werden seit 2010 an die Erwerber Fragebögen versandt, um so an wertermittlungsrelevante Daten zu gelangen, die für weitere Auswertungen unverzichtbar sind. Die Rücklaufquote dieser Fragebögen liegt derzeit bei etwa 60 – 75 %.

Fortführend zum letzten Grundstücksmarktbericht wurden im Verkaufszeitraum 2019 – 2020
39 geeignete Eigentumswohnungen zur Ableitung von Liegenschaftszinssätzen untersucht. Erstmalig wurden Rohertragsfaktoren als Verhältnis des Rohertrags zum Kaufpreis veröffentlicht. Weiterhin wurden die Teilmärkte von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie von Doppelhaushälften und Reihenhäusern aus den Verkaufsjahren 2019 bis 2020 auf Sachwertfaktoren hin analysiert. Diese Ergebnisse sind ebenfalls Teil dieses Grundstücksmarktberichtes.